Meine große Liebe gilt den Kräutern. Wenn du mich fragst, dann sind die Pflanzen die am weitesten entwickelte Lebensform auf der Erde. Es gibt sie schon länger als wir es uns vorstellen können. Und in dieser langen Zeit haben sie gelernt aus Sonne und Regen Leben zu erschaffen. Ohne sie könnten wir Tiere nicht existieren.
Doch damit nicht genug! Die Heilkräuter beschenken uns mit ganz besonderen Kräften. Wusstest du, dass das Johanniskraut die Kraft der Sonne speichert? Deshalb feiern wir mit dem Johanniskraut jede Wintersonnenwende, wenn die Nächte am längsten sind und sich alle nach dem Licht sehnen.
Ich wollte grade ein paar Kräuter pflücken. Ich kenne einen tollen Platz dafür. Möchtest du mitkommen?
Alles, was lebt, ist beseelt. Auch die Bäume – still, kraftvoll, verwurzelt – sind Lebewesen, die fühlen, wachsen und geben. Wenn sie uns ihr Holz schenken, ist das keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Gabe. Ein Geschenk aus ihrem Leib, gewachsen über viele Jahre.
Wenn wir dieses Holz verbrennen, um uns zu wärmen oder zu nähren, tun wir das mit Achtsamkeit. Wir erinnern uns daran, was die Bäume für uns tun – dass sie uns tragen, schützen und beschenken.
Wir verschwenden ihre Gaben nicht. Stattdessen danken wir ihnen im Herzen, fühlen uns durch sie reich beschenkt, verbunden und wohl umsorgt von einem größeren Netz des Lebens, dem wir selbst angehören.
Wir sind zusammen im Wald unterwegs; Spielen, Entdecken, Lernen zusammen.
Wir verbinden unsere Augen und ziehen unsere Schuhe und Socken aus. Mit nackten Füßen gehen wir Schritt für Schritt durch das Unterholz. Unsere Füßen spüren den Boden, das Laub die kleinen Äste. Und der Boden spürt uns, die wärme unserer Füße, unsere Vorsicht, unsere Achtsamkeit. Dann ziehen wir unsere Schuhe wieder an, aber lassen die Augen noch verbunden. Wir jagen uns durch den Wald. Mit geschärften Sinnen, mutig und freudig.
Über uns zieht der Himmel zu.
Wir gehen schnell zurück zum Camp. Auf dem Weg nehmen wir ein paar tote Fichten mit. Es ist schwer sie aus dem Wald zu ziehen. Ein Stamm ist besonders dick und schwer. Drei Leute müssen ihn gemeinsam tragen. Zurück im Camp fängt es bereits an zu Nieseln. Unter dem klaren Himmel, mit den Sonnenstrahlen auf der Haut, war es angenehm warm, doch jetzt stehen am Himmel die Wolken und mit ihnen schwindet die Wärme. Uns ist nur noch warm, wenn wir uns bewegen. Die ersten sind langsam erschöpft. Noch ist keine Zeit für eine Pause. Erst brauchen wir ein Feuer!
Beim Feuer machen müssen alle helfen.
Die Fichten werden in Scheite gesägt. Die Scheite werden gespalten und gestapelt. Einige werden besonders klein gemacht um das Feuer zu starten. Doch das allein würde nicht reichen. In der Eile hat niemand von uns daran gedacht Material für Zunder zu sammeln, also gehen ein paar von uns nochmal los, raus in den nassen Wald und Sammeln trockene Gräser und Samen. Was sie finden stecken sie in ihre Hosentaschen. 37°C Heizung. Damit wird der Zunder trocken.
Als sie zurück ins Camp kommen sehen sie einen Kreis von Menschen und gesellen sich dazu. Sie singen ein Lied über das Feuer während zwei Leute mit dem Feuerbogen Glut bohren. Dabei ist ihnen so warm geworden, dass sie ihre Jacken und Pullover ausgezogen haben und die Regentropfen ihre Haut kühlen. Qualm steigt auf. Nur noch ein bisschen länger. Dann ist endlich die Glut da. Erschöpft geben die beiden die Glut in die Hände der Nächsten. Diese betten die Glut in das Zundernest. Dort liegt es wohl behütet wie ein Kind. Vorsichtig drücken sie es zu als wollten sie es zudecken. Dann fangen sie an zu pusten. Langsam wachsen die Flammen. Alle anderen stehen im Kreis und singen noch immer. Die meisten von ihnen können sich dabei kaum zurückhalten, drängeln sich um das Zundernest um zu sehen was passiert. Dann lodert die erste Flamme auf. Jemand hält das Feuer für einen Moment in den Händen, bevor er es in der Feuerstelle plaziert. Dort warten bereits die Nächsten mit Reisig und dünnen Ästen mit denen sie das Feuerkind füttern, dass es wächst und wächst bis es uns endlich Wärme genug spendet. Jetzt können wir uns erholen.
Der goldene Käfig
Ein ähnliches Szenario zuhause: Mein Mitbewohner und ich kommen nach Hause. Es ist dunkel und kalt in der Wohnung. Ich betätige den Lichtschalter und drehe die Heizung auf. Ich schalte den PC an, verbinde die Bluetooth Controller und schließe die Gardinen, hinter denen Regen auf den Asphalt fällt. Eine Bibliothek mit einem Dutzend Spielen stellt uns vor die Qual der Wahl. So richtig einigen können wir uns nicht. Ist aber auch egal. Den PC haben wir angeschaltet, damit wir endlich mal abschalten können.
Lebendigkeit
Das Leben in der Natur ist manchmal beschwerlich. Gemeinsam solche Beschwerlichkeiten auszuhalten, zu durchstehen und zu meistern hinterlässt in den Augen jedes Einzelnen einen Funken. Durch die Tore der Seele strahlt dann Lebendigkeit. Dieses Gefühl halte ich für wertvoll.
Lieber Abenteurer, Liebe Abenteuerin,
bist du auf der Suche nach Gleichgesinnten? Möchtest du mehr Zeit Draußen als Teil eines Kollektivs verbringen, Abende am Lagerfeuer verbringen, den Wald erkunden und Spiele spielen? Dann schließ dich uns an! Bei uns dreht sich alles um den Geist der Naturverbundenheit.
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